Emergenz der virtuellen Realität?

Anläßlich eines Metal-Konzerts, das in München unter den obwaltenden Corona-Abstands- (und Anstandsregeln) stattfand, geht das "Blogazine" Minutemagz auch auf das Verhältnis von Online-Veranstaltungen zu Events in der "realen Welt" ein. Tatsache ist: Das Internet wird immer mehr zum "Ort" von Tätigkeiten, die bisher in der Schule, am Arbeitsplatz, in Gesprächsrunden usw. "lokal" stattgefunden haben.


Und was mich selbst betrifft: Ich habe das Gefühl, dass das, was man unter dem "wirklichen" Leben verstanden oder gefühlt hat, alles ein wenig "unwirklicher" und flüchtiger geworden ist, während andersherum, das "virtuelle Klassenzimmer", "virtuelle Veranstaltungen", "virtuelle Museen" usw. mehr und mehr in den konkreten Lebensalltag einfließen, bisweilen ihn sogar bestimmen. "Ist [also] das Ende einer Ära gekommen?" - fragt Angela Bünger in ihrem Artikel. Vermutlich ja und vermutlich viel nachhaltiger und umfassender als wir es uns jetzt noch vorstellen können.


Sichtbar wird dieser Veränderungsprozess besonders auch in den avangardistischen Künsten. Ein Beispiel für viele ist das HeK, das Haus der elektronischen Künste in Basel. Die Veranstalter zeigen auf ihrer Website nicht nur interessante virtuelle Kunst-Installationen, sondern reflektieren die neuen Entwicklungen auch in einer Reihe von Buchpublikationen und natürlich (muss man fast sagen) ist das HeK auch auf Facebook vertreten.


Mit jedem Ende wird also auch ein neuer Anfang geboren und es wird spannend mitansehen zu können (zu dürfen?), wie die reale und die virtuelle Welt in ein, zwei oder zehn Jahren aussehen wird und wie sich das Verhältnis beider Dimensionen wechselseitig beeinflusst.

Bildquelle: Pixabay/Gert Altmann ("geralt")

23 Ansichten

© 2020            Impressum und Datenschutz

  • White Facebook Icon
  • Twitter Clean