Seltsame Ideencluster: Von Nova Spivack über Stephen Wolfram zu Konrad Zuse und zurück

Nova Spivack gehört zu jenem anderen Amerika, über die die europäischen Medien vor lauter Trump- und Corona-Mania kaum etwas zu berichten wissen.




Während das englisch-sprachige Wikipedia dem amerikanischen Unternehmer und Visionär einen umfassenden Eintrag und eine noch umfassendere Referenzliste widmet, findet man in der deutschsprachigen Schwester-Enzyklopädie ihn gerade mal zweimal: einmal in einem Beitrag über jene Bärtierchen, die offenbar eine längere Zeit auf dem Mond überleben konnten und in einem Eintrag über “Twine”, jener Web 2.0 - Anwendung, mit der Nova Spivack ein gigantisches semantisches Web, also ein dynamisches, "quasi-lebendiges" Wissensnetzwerk aufbauen wollte.


Heute engagiert sich Nova Spivack in der Arch Mission Foundation (Humanity's Backup Plan) und gehört somit zu einer Gilde amerikanischer Weltretter, die mit Wort und Tat das Überleben der Menschheit in der Expansion der Species Homo Sapiens in den Weltenraum propagieren.



Gerade jetzt inspirierte er mich wieder, als er in seinem Twitterstream Stephen Wolframs jüngstes Kind “The Wolfram Physics Project" feierte. Seit über 50 Jahren arbeitet Wolfram laut eigener Aussage an diesem Projekt, immer auf der Suche nach dem Heiligen Gral der Physik, der einheitlichen Weltformel. Anders allerdings als vor allem die europäischen Quantenphysiker sieht Wolfram, wenn ich ihn richtig verstehe, den Schlüssel zum Verständnis des Universums eher in einer Art Meta-Mathematik, also in der Metaphysik und weniger in materiell-substantiellen Entitäten. Seine Vermutung oder Entdeckung: Das Universum ist mathematisch strukturiert.


Ob er und Spivack allerdings etwas über Konrad Zuse, dem Erfinder des ersten funktionsfähigen programmgesteuerten Computers der Welt gehört haben entzieht sich meiner Kenntnis. Interessieren dürfte es sie allemal. Denn schon in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Zuse die Idee eines “rechnenden Raumes” und meinte, genau wie zwei Generationen später Spivack und Wolfram, dass das Universum einer gigantischen Rechenmaschine ähnelt, bevölkert von Programmen oder Algorithmen, die auf den ersten (sinnlichen) Blick als solche nicht zu erkennen sind.


Bildquellen:

CC BY-SA 4.0, siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Nova_Spivack

CC BY-SA 3.0, siehe Wikipedia/Stephen_Wolfram

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